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Rückblick auf das 22. Verkehrssymposium 2014 

Kommunale Straßen - Werterhaltung und Finanzierung

21. November 2014

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht in den Medien zu lesen ist, wie sich der Zustand unserer Straßen immer weiter verschlechtert. Wenn man bedenkt, dass sich ein Großteil des Straßennetzes in der Verantwortung der Kommunen befindet, die weitestgehend unter Geldmangel leiden, ist der Interessenskonflikt vorprogrammiert.

Die Kommunen müssen viele Aufgaben unserer Gesellschaft finanziell tragen oder zumindest ihren Anteil dazu beitragen, wie zum Beispiel im Sozialwesen, in der Ausbildung, in der Sicherheit und vielen anderen Bereichen, und dazu kommt eben auch noch das gesamte Spektrum der kommunalen öffentlichen Infrastruktur, woran das Straßennetz einen nicht unerheblichen Anteil hat. Was können die Kommunen also tun, um ihrer Pflicht nach Aufrecht- und Werterhaltung ihres Verkehrswegenetzes gerecht zu werden?

Dazu gibt es interessante Fragen wie die, welche Möglichkeiten der Finanzierungsbeteiligung Dritter es gibt und ob diese schon vollends ausgeschöpft sind, ob es andere Finanzierungsmodelle gibt und auch, ob nicht die Straßennutzer alle auch ein wenig zu verwöhnt und unsere Ausbaustandards übertrieben hoch sind. Auch muss darüber nachgedacht werden, ob nicht mit geeigneten vorbeugenden Maßnahmen die Kosten wirksam eingedämmt werden könnten. Oft sind dies nicht nur rein fachliche Entscheidungen, sondern werden auch politisch mit beeinflusst.

Eine wahre Herkulesaufgabe für die kommunale Verwaltung – wie kann sie den scheinbar gordischen Knoten zerschlagen?

Diesen Fragen wurden von namhaften Experten auf dem 22. VSVI-Verkehrssymposium nachgegangen.

 

Veranstaltungsflyer zum Herunterladen --> Download 

Referenten und Vortragsfolien zum Downloaden 

Finanzierungsalternative City-Maut?

Dipl.-Pol. Fritjof Mietsch, MMC Mietsch Mobility Consult

VSVI VS2015 Vortrag Mietsch.pdf
 

Wieviel Straße braucht der Mensch?

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée, ISB RWTH Aachen

VSVI VS2015 Vortrag Vallee.pdf

 

Erhaltungsmanagement als Chance

Prof. Dipl.-Ing. Berthold Best, Technische Hochschule Nürnberg

VSVI VS2015 Vortrag Best.pdf

 

Finanzierungsmöglichkeiten bei kommunalen Straßen

RA Gerd Thielmann, Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz

VSVI VS2015 Vortrag Thielmann.pdf

  

Rückblick auf das 21. Verkehrssymposium 2013

Urbi et terrae -
Mobilitätskonzepte im Wettbewerb der Standorte

Freitag, 08. November 2013

MAINZ: Die Mobilität wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Dafür sorgt vor allem die junge Generation, für die längst nicht mehr das Auto als Statussymbol gilt und für die die elektronische Vernetzung zum Alltag geworden ist. Hochinteressante und spannende Einblicke in die Mobilität der Zukunft gaben renommierte Experten während des „Verkehrssymposiums“ der VSVI, eine Vereinigung von etwa 1800 Verkehrs- und Straßenbauingenieuren.

Die Grußworte

VSVI-Vorsitzender Michael Hoppstädter forderte aufgrund der demografischen Entwicklung neue Mobilitätskonzepte: „Junge Familien wohnen meist auf dem Land, obwohl wir einen allgemeinen Trend zum Wohnen in der Stadt ausmachen können. Im Alter kehren dann viele in die City zurück.“ Für den Mainzer Staatssekretär Jürgen Häfner ist Mobilität ein absolutes Zukunftsthema. Wasserstraßen aber auch die Radfahren würden zunehmend an Bedeutung gewinnen. Häfner forderte energisch von der Bundesregierung mehr finanzielle Mittel zum Erhalt der Verkehrsinfrastruktur ein: „40 Milliarden Euro brauchen die Länder mittelfristig. Und das ist unstrittig.“  Kollege Jürgen Barke aus dem Saarland hieb in die gleiche Kerbe und ergänzte, dass man in der Vergangenheit aber auch Planungsfehler gemacht habe. „Heute gibt es Baugebiete, die in den 60er Jahren entwickelt wurden, die nun zu 80% Leerstand ausweisen“.

Katrin Eder, Mainzer Verkehrsdezernentin, konnte ebenfalls ein Lied von maroden Brücken und Straßen in der Landeshauptstadt singen. 600.000 Euro stehen jährlich nur im Etat für Sanierungen: ein Tropfen auf den heißen Stein. Positiv ist jedoch, dass man in Mainz mittelfristig das Straßennetz verdoppeln will, und dass der umweltfreundliche Radverkehr stetig zunimmt.

Die Vorträge

Gerd Axel Ahrens, Dresden, ist der Auffassung, dass der Hype um die Elekroautos bereits wieder abflaut, betonte aber, dass der Elektro-ÖPNV höchst effizient sei und ausgebaut werden müsse. Zugleich gelte es auch, die Fahrzeuge insgesamt und die Energieausbeute effizienter zu machen. Ahrens ist sicher, dass die Zukunft der Stadt gehört, und das Kand ausdünnt. Ahrens: „Wir dürfen nicht weiterhin autozentrisch sein.“

Ulrike Reutter, Kaiserslautern, konnte in ihren Studien nachweisen, dass es immer mehr kleinere Haushalte geben wird, und dass der Anteil an Zweithäusern und –wohnungen wächst. Eventuell habe daher ein Leben auf dem Lande doch noch eine Zukunftschance.

Thomas Kern, RMV, betonte, dass sich der Verkehrsverbund bereits konsequent auf die veränderte Mobilität seiner Kunden eingestellt habe. So bietet der RMV nicht nur attraktiven ÖPNV sondern auch Leihfahrräder und Carsharing an. Dazu kommen moderne Buchungsmöglichkeiten über Handy und Internet. In diesem Geschäftsfeld wurden 2012 für 2,1 Mio. Euro Tickets verkauft, und 2013 werden es über 3,7 Mio. Euro Umsatz im E-Ticket-Bereich sein.

Dr. Tobias Kuhnimhof, München, sieht deutliche „Sättigungstendenzen“ im Kilometerverbrauch pro Person und Tag. Der Wert dürfte sich bei durchschnittlich 60 km pro Person und Tag einpendeln. In den letzten 10 Jahren wurden 50% mehr Fahrradkilometer gefahren. Die Jugend verlagere eindeutig ihre Mobilität nicht mehr ins eigene Auto sondern in den ÖPNV. Kuhnimhof: „Junge Menschen sind pragmatischer und kostenbewußter.“

Thomas Sevcik (Los Angeles, Zürich) zeigt in seinem packenden Vortrag, dass bereits jetzt schon Täler in Graubünden nicht mehr ans öffentliche Verkehrsnetz angehängt werden können. Sevcik: „Das ist einfach zu teuer. Wir müssen auch nach dem Geld fragen.“ Privatisierung heißt hier die Lösung. Der Experte malte ein Bild von privatisierten Landschaften, die mit neuen Tourismus- und Besiedlungskonzepten wieder aktiviert werden. Und man sollte sich auch in der westlichen Welt auf eine längere Phase wirtschaftlicher Stagnation einstellen. „Dann müssen wir uns die Frage stellen, wie viel Mobilität wir uns noch leisten können“, sagte Sevcik. Konsequent wäre der Rückbau von Regionalflughäfen beispielsweise. In den USA werde bereits über einen Stop für Hochgeschwindigkeitszüge nachgedacht. Hochinteressant: Sevcik vermutet, dass der 3-D-Drucker mittelfristig das Leben gravierend verändern werde. Sevcik: „Viele Dinge müssen dann nicht mehr physisch geholt werden, das erspart Wege“.

 

Rückblick auf das 20. Verkehrssymposium 2012

"Irrsinn Verkehr - ein Faktencheck"

am Freitag, dem 16. November 2012, Kurfürstliches Schloss Mainz

Irrsinn Verkehr - der Lärm auf der Rheinstrecke im Mittelrheintal - verursacht durch die umweltfreundliche Bahn. Der prosperierende Flughafen Frankfurt mit einer ungeheuren Wirtschaftskraft - aber der Lärm nimmt zu.

Wer durchschlägt diesen gordischen Knoten?Der Legende nach sollte derjenige die Herrschaft über Asien erringen, der das von den Göttern befestigte Seil am Wagen des Königs Gordios von Phrygien lösen konnte. Alexander der Große soll diesen Knoten einfach durchschlagen und damit seinen Siegeszug durch Asien eingeleitet haben.

Was können wir aus der Geschichte lernen? Wird es nur einen Gewinner geben,wenn wir das schier unmöglich Erscheinende möglich machen?

Flughafenausbau, FÜR eine neue Stromtrasse oder FÜR einen neuen Bahnhof steht immer häufiger berechtigte Kritik entgegen . Wie kann man diesen gordischen Knoten unserer Tage durchschlagen?

Klar ist: es gibt kein Patentrezept. Heute wie früher brachten Diskussionen,Proteste oder auch Demonstrationen durchaus Annäherung, Bestätigung oder im günstigsten Fall eine Neujustierung gesellschaftlicher Normen. Es gab aber auch immer schon Projekte, bei denen das schale Gefühl zurück blieb, kaum etwas bewegt zu haben und Entscheidungen nur „von denen da oben” getroffen wurden, ohne „uns” anzuhören. Der Lärm bleibt im Mittelrheintal oder in der Region um den Frankfurter Flughafen und der Stuttgarter Bahnhof wird doch gebaut.

Fakt ist, dass ohne wirtschaftliche Entwicklung unser gesellschaftliches Leben in Schieflage geraten kann. Aber Wachstum zum einzigen glückselig machenden Kriterium zu erheben, ist für eine zukunftsorientierte Gesellschaft ebenso gefährdend. Auch wenn bei neuen Großprojekten die Befürworter ein Scheitern der Maßnahme als den Beginn des wirtschaftlichen Untergangs prophezeien, sind Beweise für solche „Horror“-Szenarien bisher in der Regel ausgeblieben.

Wir glauben, dass mehr denn je der gesunde Menschenverstand bemüht werden muss.

Wir benötigen noch mehr Transparenz, ein noch mehr an die heutigen Bedürfnisse der Gesellschaft angepasstes Bau- und Planungsrecht und individuelle Lösungen, die vielleicht nicht immer in den Rahmen der üblichen planerischen Vorgaben passen.

Und auch die Politik ist gefordert. Andere Aspekte als nur das wirtschaftliche Wachstum müssen ernst  enommen und entsprechend gewürdigt werden. Und so muss man auch den Mut haben, im wahrsten Sinne des Wortes neue Wege zu gehen, beispielsweise eine Geschwindigkeitsbeschränkung für Züge in besonders belasteten Abschnitten zu Nachtzeiten wegen Lärms.. Denn eines ist sicher: ein Rückfall in die Zeit Alexanders des Großen wird dadurch nicht erfolgen. 

Es darf auch kein Tabu sein, ein geplantes Großprojekt nicht umzusetzen

Die Vorträge:

Wie schlimm ist es wirklich im Mittelrheintal? - Ein Situationsbericht

Frank Groß, 1. Vorsitzender der Initiative Pro Rheintal e.V., Boppard

 Mehr Verkehr auf die Schiene - Wie lassen sich die Probleme lösen?

Richard Mergner, BN Landesbeauftragter des Bundes Naturschutz in Bayern e.V., Nürnberg

 Flörsheim am Main: „Leben“ unter der Einflugschneise

Thomas Scheffler, Geschäftsführer der Initiative Für Flörsheim e.V., Flörsheim am Main

 Unsere Flughäfen: Regionale Stärke, globaler Anschluss

Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV, Berlin

 Wege zur nachhaltigen Gestaltung von Mobilität

Prof. Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Berlin

 

Rückblick auf das 19. Verkehrssymposium 2011

"Stuttgart 21! - ein Projekt verändert unsere Planungskultur!"

am Freitag, dem 18. November 2011, Kurfürstliches Schloss Mainz

 

"Stuttgart 21", ein Infrastrukturprojekt, das im vergangenen Jahr mit einem Protestpotential die Schlagzeilen beherrschte, wie es bei Projekten der Verkehrsinfrastruktur in der Vergangenheit kaum zu beobachten war!
Stand heute: die Arbeiten zum Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs laufen. Sie tun es auf der Grundlage eines überraschend deutlich positiven Entscheides der Bürger in Baden-Württemberg.
Also "viel Rauch um nichts?" - Mitnichten!
Was bleibt ist die Erkenntnis, dass - und dies gilt nicht nur für Großprojekte - politisch Verantwortliche mit ihren Planern die Inhalte ihrer Entscheidungen frühzeitig , umfassend und durch den gesamten Planungs- und Genehmigungsprozess verständlich und dialogisch kommunizieren müssen.

Der angestrebte Projektnutzen muss mit Beginn der Planungsarbeiten verdeutlich und beworben werden, Mitwirkung im Prozess muss gar eingefordert und in den Ergebnissen dokumentiert werden.

 Fazit:

Entgegen aller Unkenrufe: der in den letzten Monaten so viel zitierte Widerstand gegen politische Entscheidungen bedeutet nicht das Ende der Demokratie. Eine Vielzahl von Entscheidungen zu Infrastrukturmaßnahmen werden in großem Konsens und mit breiter Zustimmung der Bevölkerung getroffen. Einen erheblichen Anteil haben daran die in Deutschland gesetzlich festgeschriebenen Einflussmöglichkeiten des Bürgers. Diese reichen vom Recht der freien Meinungsäußerung (wie z.B. in Leserbriefen oder Bürgerinitiativen) bis hin zur Bürgerbeteiligung im Planfeststellungsverfahren.

Sie funktionieren grundsätzlich und haben sich im Laufe der Jahrzehnte bewährt.

Aber es wäre fatal von Politik und Verwaltung, sich darauf zu berufen, selbstgefällig zurückzulehnen und im Glanze dieses Wissens zu sonnen. Denn die aktuellen Ereignisse lassen den Schluss zu, dass die  Grenzen dieses Systems erreicht sind.

Auch gute und zuverlässige Verfahren lassen sich verbessern, insbesondere, wenn sich Randbedingungen verändern. Dazu gehören zum Beispiel Informationsmöglichkeiten, die es vor einer Generation noch gar nicht gab, denken wir an Handys, das Internet und soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter. Die Erfahrungen aus den aktuellen Bürgerprotesten haben gezeigt, dass die Öffentlichkeit wünscht, frühzeitiger und umfassender eingebunden zu werden. 

Warum auch nicht? Wenn Planungsprozesse und –entscheidungen offengelegt und seriös dargelegt werden, wird dem Argument, dass Politik und Verwaltung am Volke vorbei planen, der Wind aus dem Segel genommen. Das sollte auch dem gesetzlich verankerten Selbstverständnis von Politik und Verwaltung entsprechen, sind sie doch kein „geheimes Bündnis“, sondern Sachwalter des Bürgerinteresses.

Auch in Zukunft wird es für Betroffene unbequeme Entscheidungen geben, aber die Abwägung dorthin wird nachvollziehbarer und transparenter. Nicht zuletzt wird dadurch auch die Verantwortung der Bürger steigen. Die Akzeptanz von Entscheidungen ist zudem abhängig von der äußeren Form. Stuttgart 21 hat gezeigt, dass die Sprache der Fachleute nicht verstanden wird. 

Es bedarf nicht nur einer sauberen Planung, sondern diese muss auch leicht verständlich und ansehnlich verkauft werden. Der Ingenieur muss sich mit dem Gedanken vertraut machen, seine Projekte „zu bewerben und zu verkaufen“.
Das Ziel zukünftiger Planungsverfahren muss es sein, dass am Ende eines Entscheidungsprozesses das Ergebnis akzeptiert und von allen Betroffenen anerkannt wird.  So kann „Stuttgart 21“ zu einer positiven Veränderung der Planungskultur führen und ein großer Schritt zum gegenseitigen Vertrauen von Planern und Betroffenen gemacht werden.

Die Vorträge:

"Planungsrecht und Bürgerbegehren - Gibt es eine Schnittmenge?"
Prof. Dr. Bernhard Stüer, Honorarprofessor an der Universität Osnabrück
 

"Die Rolle des Wutbürgers im demokratischen Planungsprozess"
Miriam Lau, Korrespondentin DIE ZEIT, Hamburg
 

"Möglichkeiten basisdemokratischer Entscheidungen in der Planung"
Markus Maibach, INFRAS AG, Zürich
 

"Liegt die Realisierung von Großprojekten in der Hand von PR-Beratern?"
Olaf Arndt, Advisors in Communications GmbH, Berlin
 

"Planung in der Krise - Ingenieur und Bürger müssen versöhnt werden!"
Prof. Dr. Dieter Rucht, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialfoschung GmbH

Moderation: Thorsten Link (SWR)
 

  Download Flyer:

 

 

Rückblick auf das 18. Verkehrssymposium 2010

 „Die Elektromobilität - vom Trend zum Massenmarkt?"

Wenn auch die ingenieurtechnischen Aspekte bei der Entwicklung der Elektromobilität nicht im Mittelpunkt der Diskussion beim 18. Verkehrssymposium standen, so wurde doch durch die Beiträge der Referenten deutlich, dass die diesbezüglichen weltumspannenden Anstrengungen große Fortschritte in vielen Technikfeldern der Elektromobilität erwarten lassen, dass jedoch selbst mittelfristig von einem Massenmarkt wohl noch nicht gesprochen werden kann - diese Rolle wird wohl auch in den nächsten Jahrzehnten noch der Verbrennungsmotor übernehmen.

 Fazit:

Der Verbrennungsmotor als Antriebsquelle von Kraftfahrzeugen hat seinen Zenit überschritten. Die Erdölvorkommen sind endlich und so werden auf lange Sicht Benzin und Diesel knapp und damit teuer werden. Die Überlegungen in Richtung elektrische Antriebe sind daher logisch und folgerichtig. Der Weg in die Elektro-Mobilität ist geöffnet und wird in Zukunft eine immer stärkere Bedeutung bekommen. Diesen Trend will auch niemand ernsthaft in Zweifel ziehen, da die Vorteile zu offensichtlich sind.

Deswegen in eine Elektro-Auto-Hysterie zu verfallen, scheint jedoch unangebracht. Zu Groß sind die offenen Fragen, auf die es noch keine schlüssigen Antworten gibt. Speicherkapazitäten und saubere Stromproduktion sind nur einige von vielen Problemen, die es zu lösen gilt.  

Hier muss in Leuchtturmprojekten verstärkt gefördert werden um einerseits im globalen Wettkampf nicht zweiter Sieger zu sein und um andererseits parallele Forschungen zu vermeiden.

Der Begriff Elektro-Mobilität beschreibt die Probleme in seinen eigenen Worten: Die Nutzung von elektrischer Energie als Antriebsquelle macht gegenüber dem althergebrachten Verbrennungsmotor nur dann Sinn, wenn die Energieerzeugung umweltfreundlicher und effizienter erfolgt als bisher im Auto. „Grünen" Strom zu erzeugen ist eine Grundvoraussetzung für die Sinnfälligkeit von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen.

Mobilität ist mehr als nur Auto. Die heutige Mobilität ist ein Gewachsenes und nicht mehr wegzudenkendes Grundbedürfnis unserer Gesellschaft. Dieses muss auch mit neuen Antriebstechnologien, aber auch mit einer breiteren Verkehrsmittelwahl möglich sein.
Kurz- und mittelfristig wird die Elektrizität konventionelle Antriebstechnologien nicht ersetzen, sondern nur ergänzen können. Sie wird sich aber gerade dann etablieren, wenn sie mit einem Bewusstseins- und Wertewandel einher geht. Dazu bedarf es vernünftiger, nachhaltiger und bezahlbarer Lösungen, die letztendlich verantwortlich sein werden für die Akzeptanz in der Gesellschaft.

 
Die Vorträge:

„Der Hype Elektromobilität –ein ausgemachter Blödsinn?"
Wolfgang Lohbeck,Greenpeace e.V., Hamburg
 

„Regenerative Energien – Stand der Technik und Möglichkeiten! "
Dr. Ronald Große, juwi Holding AG, Wörrstadt

 „Elektromobilität – mehr als das Elektroauto! "
Reinhold Eder, SEGWAY Deutschland, Deggendorf

 „Das Elektromobil – auf dem Weg zum Volkswagen? "
Prof. Dr. Martin Wietschel, Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung, Karlsruhe

 „Himmel und Hölle des Verkehrs von Morgen! "
Dr. Jörg Beckmann, Mobilitätsadademie Bern  

Moderation: Thorsten Link (SWR) 

 

Rückblick auf das 17. Verkehrssymposium 2009

Kohle für den Verkehr !!

Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Mobilität

am Donnerstag, dem 12. November 2009 im ‚Großen Kursaal’ Bad Kreuznach.

Aus der Sicht des Jahres 2010, in dem Wissen um die stattfindende wirtschaftliche Erholung weltweit und gerade in Deutschland, ist man versucht, die glücklicherweise nur sehr kurze Phase eines krisenhaften Einbruchs in das Wirtschaftsgeschehen als überwunden zu betrachten.

Gerade im Verkehrssektor haben die viel diskutierten Konjunkturprogramme ihre zumindest kurzfristigen investiven Wirkungen entfaltet, und so starke Einbrüche in vielen Wirtschaftsbereichen verhindert.

Aber an dem Aufhänger der „Umweltprämie" hat die Diskussion anlässlich des letztjährigen Symposiums im November 2009 gezeigt, dass eine Chance vertan wurde, wesentlich energischer die Weichen hin zu einer nachhaltigen Mobilität zu stellen.

FAZIT:

Was aus Sicht der Politik noch nachvollziehbar erschien - der Einsatz öffentlicher Mittel zur Erzielung unmittelbarerarbeitsmarktpolitischer Effekte in Zeiten einer akuten wirtschaftlichen Krisensituation -war doch insgesamt im Hinblick aufsinnvolle Veränderungen im Bereich der verkehrlichen Mobilität ohne eine positive Anstoßwirkung.

Der Einstieg in notwendige, strukturelle Veränderungen konnte so nicht gelingen, stand wohl auch nicht auf der Agenda der Konjunkturprogramme.

Insofern - und dies hat sicher auch der Diskurs anlässlich des Verkehrssymposiums gezeigt -war das Instrument der„Abwrackprämie" (oder auch politisch korrekter „Umweltprämie") gesellschafts- und verkehrspolitisch in seiner Beurteilung überfrachtet.

Konjunkturprogramme und Umweltprämie haben sicher dem Verkehrssektor wirtschaftlich genutzt, aber die Probleme heutiger Mobilitätsbedürfnisse ausgeklammert.

 

 DIE VORTRÄGE:

„Umweltprämie – eine umwelt- und verkehrspolitische Mogelpackung?

Gerd Lottsiepen, Verkehrsclub Deutschland VCD, Berlin  

„Kein Geld mehr für die Straße – wird das Auto zum Luxusgut? "

Dr. Michael Niedenthal, Verband der Automobilindustrie, Frankfurt a. M.

„Aus der Krise in eine nachhaltige Mobilität"

Dr. Karl Otto Schallaböck, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH

„Konjunkturprogramme - Chancen für neue Wege?"

Prof. Dr. Gerd Sammer, Institut für Verkehrswesen, Universität für Bodenkultur, Wien

„Auf den Punkt gebracht! " 

Stefan Reusch, freier Journalist, Köln

 

Moderation:  Michael Lueg, bekannt durch den SWR

 

 

VSVI Rheinland-Pfalz und Saarland e.V.